Bad Münstereifel
Gesundheitstraining
 

Karate als Gesundheitstraining

Karate allgemein als Kampfsportart bekannt, ist eigentlich mehr als das. Grundlegend soll Karate Körper und Geist trainieren. Beides hängt elementar  zusammen. Was wäre ein guter Karatekämpfer ohne Kampfgeist und einem gesunden Menschenverstand? Gilt es doch seinen Gegner zu respektieren und fair miteinander umzugehen. Dazu kommen Disziplin und Würde. Um all das zu lernen, braucht es natürlich ein kontinuierliches Training, denn von Nichts kommt nichts.

Karate kann aber noch mehr bewirken: Wie die meisten Sportarten fördert es die Gesundheit. Das gilt nicht nur in jungen Jahren sondern erst recht im fortgeschrittenen Alter. Ich selbst gehe, mit 69 Jahren, zum Training zuallererst wegen der medizinischen Wirkung. Die war bei mir so erfolgreich, dass ein Oberschenkelhalsbruch – den ich mir allerdings nicht im Karate zugezogen hatte - beschleunigt ausgeheilt ist. Aber auch die Herz- und Kreislauffunktionen haben sich durch diesen Sport erheblich verbessert. Dazu kommt, dass ein gewisses geistiges Training des Körpers gefördert wird. Auch die seelische Ausgeglichenheit, die viele Sportler mit der Zeit verspüren, kann im Leben sehr hilfreich sein.

Karate ist also nicht nur für junge Menschen geeignet, sondern auch für Senioren bis ins hohe Alter. Karate ist kein Kraftsport. Nein Schnelligkeit, Geschick und eine gewisse Wendigkeit prägen diese Sportart. Dies zeigt schon warum der Sport auch für ältere Menschen gut geeignet ist. Zwar ist man in den fortgeschrittenen Lebensjahren nicht mehr ganz so schnell wie ein Jugendlicher, dafür zählt dann Taktik und Erfahrung.

Im Training beginnt schon mit dem Aufwärmen die heilende Wirkung: Viele Elemente darin findet man auch in der Krankengymnastik. Dies gilt vor allen Dingen in der Karategymnastik, wie sie ja von Ulrich Bartels in der Karateabteilung des TVE angeboten wird. Aber auch nach der Aufwärmphase, also im sportlichen Teil, setzt sich die positive Wirkung fort. Hier ist dann der Körper voll im Einsatz. Nicht nur durch Arm- und Beinbewegungen, nein Hüfteinsatz, Körperdrehungen und sogar Körperverdrehungen usw. kommen hier hinzu. Man windet sich manchmal wie eine Schlange wenn man z.B. einen seitlich geführten Kreisfußstoß (Mawashi-Geri) ausführt. Anspannung und Entspannung wechseln einander ab, wobei die Anspannung oft nur für Bruchteile von Sekunden erforderlich ist. Man sagt besonders dem Schwimmen eine gute gesundheitsfördernde Wirkung nach. Im Karate geht das sicher noch einen Schritt weiter, weil der ganze Körper gefordert ist, ohne ihn dabei zu überlasten.

Entscheidend ist auch eine passende Atemtechnik. Diese lernt man im Training. Sie ist nicht nur Voraussetzung für perfekte Übungen, sondern auch nützlich für eine erfolgreiche Abwehr. Zudem sind viele Übungen überhaupt erst durch eine saubere Atemtechnik möglich. Bei unseren Kaller Karatefreunden durfte ich einmal mit ausprobieren, dass damit sogar Unmögliches möglich wird, ohne dass ich mich dabei verletzt oder sonst irgendwie beeinträchtigt gefühlt hätte. Mit der richtigen Atmung sind wir uns dabei gegenseitig vorsichtig über unsere Bäuche gelaufen. Selbst als sich jeder von uns nebeneinander, unter fachlicher Anleitung, zu einer Brücke aufgestellt hatte und andere Karatekas darüber gestiegen sind, klagte niemand über irgend welche Beschwerden oder Magenschmerzen. Dies war eine gute Übung, um zu lernen, einen gezielten Fauststoß oder Fußtritt in die Magengegend unbeschadet zu überstehen. Eine gute Atemtechnik trägt also auch hier zu einem erfolgreichen Wohlbefinden bei.

Aber auch körperlichen Verspannungen, wie ich sie manchmal nach längerer Gartenarbeit verspüre, kann mit Karate erfolgreich begegnet werden. Insbesondere dann, wenn bei bestimmten Tätigkeiten ein größerer Krafteinsatz notwendig war. Ich habe mich manchmal gefragt, ob es sinnvoll ist, nach dieser Arbeit noch ins Karate-Training zu gehen? Zu meiner Überraschung stellte ich nach dem Training jedes mal fest, die Verspannungen sind weg. Manchmal fühlt man sich sogar körperlich sehr gelockert, also wie neu geboren. Auch eine gute Bekannte, die kürzlich mit 68 Jahren zu unserer Gruppe gestoßen ist, war nach einem Probetraining – wie sie mir erzählte – sehr positiv angetan und wird uns wohl als neues Mitglied erhalten bleiben. Ich hatte ihr wohl nicht zu viel versprochen: Karate schult also nicht nur Körper und Geist, sondern fördert und erhält auch nachhaltig die Gesundheit.

Wolfgang Müller

Karate - auch seniorentauglich...

 

 

 

 

 

 

 

Stand 26.11.2005 ®             zurück