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| Karate im Alter ? | |
Mit 68 noch Karate, geht das?Die Frage ob man im Alter von 68 Jahren noch Karate als Sport betreiben kann, hat sicher gelegentlich nicht nur ältere Menschen beschäftigt. Dabei habe ich überhaupt erst mit 64 Jahren angefangen regelmäßig Sport zu betreiben. Als ich gesundheitlich durch Herz- und Kreislaufprobleme damals ziemlich angeschlagen war und immer wieder von Überfällen auf ältere Menschen in der Zeitung berichtet wurde, reifte bei mir der Gedanke etwas dagegen zu tun. Als in einer Notiz eines Anzeigenblattes ein Anfängerkurs der TVE Karateabteilung angeboten wurde, stand mein Entschluss fest. Ich ging hin zum Schnuppertraining und war sofort begeistert. |
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Ich fand eine sehr angenehme, freundliche Gruppe vor und fühlte mich sofort aufgenommen wie in einer großen Familie. Entscheidend war auch, dass es sich bei Karate nicht um einen Angriffs- sondern um einen Abwehrsport handelt! Rambo- und Schlägertypen haben bei uns nichts zu suchen. Auch die ersten Trainingseinheiten empfand ich körperlich als sehr wohltuend. Dabei hat man mich auch darauf hingewiesen auch einmal eine Übung auszusetzen wenn man sich überfordert fühlt. Auch braucht man für diesen Sport keine größeren Kräfte. Für ältere Menschen also ideale Bedingungen sich sportlich zu betätigen. Also wurde ich Mitglied im TVE. Dabei hatte ich nicht die Absicht nun schnell nacheinander den einen oder anderen Kyu Grad (Gürtel der Schüler) zu erreichen. Nein mein Hauptgrund war und ist der medizinische Aspekt. Wenn ich gelegentlich an einer Prüfung zum nächsten Gürtel teilnehme, dann ist das Ergebnis für mich ein angenehmer Nebeneffekt. Was aber nicht bedeutet, dass man kein Ziel vor den Augen hat. Nein ich lasse mir sehr viel Zeit bis zur nächsten Prüfung. Dies hängt auch damit zusammen, dass man im Alter nicht mehr ganz so schnell ist. Ich brauche eben für das Erlernen von neuen Techniken etwa drei- bis viermal so lang als ein junger Karateka. Dies ist im Alter ganz normal. Die Bestätigung dafür fand ich in einem kurzen Fernsehbericht, als über einen 80 jährigen Karateka aus der Pfalz berichtet wurde. Dieser hatte - ähnlich wie ich – auch erst mit über 60 Jahren diesen Sport begonnen. Die ersten vier Jahre ging es bei ihm auch etwas langsamer und beschwerlicher voran. Er hat inzwischen seinen schwarzen Gürtel (1. Dan - Meistergrad) erreicht. Seit meinem Einstieg beim TVE vor etwa 4 Jahren ging mir allerdings ein knappes Jahr verloren. Ich hatte mir, nach einem Gasttraining im Schwarzwald, einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Nicht im Sport sondern nach dem Duschen. Gerade hier hat sich Karate als eine überaus hilfreiche Sportart ausgezeichnet. Schon nach gut vier Monaten nach dem Unfall, als ich schon langsam wieder die Krücken beiseite legen konnte, habe ich bei Ulrich Bartels an Karategymnastik teilgenommen. Dies war außerordentlich hilfreich, weil da viele Elemente der Krankengymnastik enthalten sind, die den Heilungserfolg merklich beschleunigten. Bereits vier Monate später habe ich die Wiederaufnahme in das normale Karatetraining gewagt. Auch hier spürte ich schon nach kurzer Zeit, dass sich die frühere Beweglichkeit des Beines sehr schnell wieder einstellte. Heute kann ich sogar sagen, dass das kranke- besser funktioniert als das gesunde Bein. Karate hat sich also geradezu als sehr hilfreich erwiesen, die persönliche sportliche Form wieder zu erreichen. Natürlich ist es auch mein Ziel, vielleicht in zehn Jahren einmal zu versuchen den ersten Meistergrad (Schwarzgurt) zu erreichen. Ich würde mich dann freuen, einmal mit älteren Menschen, so ab 60 Jahren zu trainieren. Ihnen kann ich nur zurufen: Karate hat sich wider Erwarten als ein ausgezeichneter Seniorensport entpuppt. Macht mit, es lohnt sich, wenn man es vernünftig macht, spielt das Alter keine Rolle. Das wünscht sich, Ihr Wolfgang Müller
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Stand 15.11.2004 ®
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